Autobahn mit dichtem Verkehr

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Verstöße gegen das Verkehrsrecht und ihre Gefahren für den Führerschein bzw. die Fahrerlaubnis

Die Tücke der eigenen Einlassungen zum Geschehen: Geldstrafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis

Wie tückisch es sein kann, sich zum Geschehen zu äußern statt einfach nur zu schweigen, zeigt ein Fall des Amtsgerichts (AG) München. Dieses hat einen Mann zu 110 Tagessätzen á 60 € verurteilt, der von der Autobahnpolizei auf einem Autobahnparkplatz auf dem Fahrersitz schlafend kontrolliert worden war. Der Mann hatte seine Fahrerlaubnis bereits 2016 wegen Drogenkonsums verloren und ließ sich vor Gericht darauf ein, nach der Ablieferung eines Freundes auf dem Parkplatz Pause gemacht zu haben. Was dem Gericht zufolge keinen anderen Schluss zuließ, als dass er selbst gefahren war (AG München, Urteil vom 31.03.2022, Az.: 922 Ds 436 Js 178055/21).

Langjährige Diabetes kann zusammen mit auffälliger Fahrweise zur Anforderung eines Fahrtauglichkeits-Gutachtens führen

Eine seit langem bekannte Diabetes-Erkrankung und eine glaubhafte Zeugenaussage, dass die betroffene Person über eine lange Strecke eine unsichere Fahrweise gezeigt hat, reichen aus, ein ärztliches Gutachten über die Fahrtauglichkeit anfordern zu können. Wer dieses dann nicht in einem akzeptablen Zeitfenster beibringt, riskiert, dass ihm die Fahrerlaubnis entzogen wird. Diese Erfahrung musste ein Mann manchen, der das angeforderte Gutachten nicht zeitgerecht abgeliefert hatte und sich darauf berufen wollte, seine unsichere Fahrweise beruhe auf einem Niesen (Verwaltungsgerichtshof München, Beschluss vom 08.02.2022, Az.: 11 CS 21.3020).

Bei Epilepsie entscheidet die Fahrerlaubnisbehörde und nicht der Gutachter über die Fahreignung

Bei der Frage, ob ein an Epilepsie erkrankter Fahrerlaubnisinhaber zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet ist oder nicht, entscheidet nicht das ärztliche Gutachten. Vielmehr ist dies eine Rechtsfrage, über die – auf Basis des Gutachtens – die Fahrerlaubnisbehörde entscheidet. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bremen im Fall eines an Epilepsie erkrankten Mannes klargestellt, der sich gegen die krankheitsbedingte Entziehung seiner Fahrerlaubnis für LKW wehren wollte (OVG Bremen, Beschluss vom 08.04.2021; Az.: 1 B 120/21).

Gutachten zum Entzug der Fahrerlaubnis wegen Demenz muss nachvollziehbar sein

Geht es um das Thema Entzug der Fahrerlaubnis, denken viele Menschen zunächst an Alkohol und Drogen. Es gibt aber auch andere, im alltäglichen Leben sehr schwerwiegende Gründe, einem Fahrer oder einer Fahrerin die Fahrerlaubnis zu entziehen: Eine zunehmende Demenz ist einer davon. Soll in einem solchen Fall ein Gutachten die Grundlage für die Entziehung der Fahrerlaubnis schaffen, so muss das Gutachten, wie das Oberverwaltungsgericht (OVG) für das Land Schleswig-Holstein klargestellt hat, alle wesentlichen Befunde wiedergeben und die zur Beurteilung führenden Schlussfolgerungen darstellen. Fehlt es hieran, ist das Gutachten nicht nachvollziehbar und die Fahrerlaubnis kann auf seiner Grundlage nicht entzogen werden (OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 22.07.2021, Az.: 5 MB 16/21).

Fehlender Auslands-Wohnsitz kann nachträglich die deutsche Fahrerlaubnis kosten

Dass der vermeintlich einfache Weg, über eine ausländische Fahrerlaubnis auch wieder an eine deutsche zu kommen, nicht immer der beste ist, zeigt eine Entscheidung des Veraltungsgerichts (VG) Trier. Dieses bestätigte die Rücknahme einer deutschen Fahrerlaubnis, die auf der Basis einer tschechischen Fahrerlaubnis erteilt worden war. Der Grund: Die tschechischen Behörden hatten verspätet erkannt, dass mangels Einhaltens des Wohnsitzprinzips die tschechische Fahrerlaubnis gar nicht hätte erteilt werden dürfen, und haben diese dann nachträglich wieder zurückgenommen (VG Trier, Urteil vom 23.02.2021, Az.: 1 K 1829/20.TR).

Auch Jugendliche verlieren bei Autorennen den Führerschein

Illegale Autorennen sind vielerorts ein Thema. Wer als Teilnehmer daran hofft, ihm könne schon nicht viel passieren, da er noch unter das Jugendstrafrecht fällt, könnte jedoch eine böse Überraschung erleben, wie eine Entscheidung des Amtsgerichts (AG) München zeigt. Gegen zwei 18-jährige Schüler verhängte die zuständige Jugendrichterin nämlich nicht nur eine Geldauflage bzw. gemeinnützige Arbeit, sondern sie entzog ihnen auch die Fahrerlaubnis und verhängte eine Sperrfrist für die Neuerteilung einer Fahrerlaubnis von vier beziehungsweise sechs Monaten (AG München, Urteil vom 29.11.2018, Az.: 1033 Ds 470 Js 185497/18).

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